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Hausaufgaben. Deine, nicht meine!

Hilfreiches auf dem Weg in die Eigenverantwortung.

Geschichten, in denen Papa einen Volkshochschulkurs in Latein absolviert hat, um dem Kind bei den Aufgaben helfen zu können, sind keine Seltenheit. Geschichten, in denen der 17-jährige Teenager nicht in der Lage zu sein scheint, beim Zahnarzt anzurufen, auch.

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Der Weg in die Eigenverantwortung kann manchmal verdammt anstrengend und hart sein. Manches Elternherz blutet, wenn das eigene Kind zu scheitern droht oder an einer Aufgabe zu verzweifeln scheint. Und dennoch ist ein verschmitztes Lächeln in seinem Gesicht zu sehen, wenn es die Herausforderung trotzdem schafft. Unbezahlbar und ein Lerngeschenk, das besser nicht sein kann.

Möchte man ihm die Fähigkeiten mitgeben, eigenverantwortlich zu handeln, sich selbst und seinen Alltag zu organisieren, selbstständig seine Dinge geregelt zu bekommen und zu einer Persönlichkeit heranzuwachsen, die selbstbewusst durchs Leben geht, scheint kein Weg daran vorbeizuführen, ihm diese Verantwortung bereits früh genug in die Hände zu geben. Das Zauberwort heißt: VERTRAUEN.

Spürt ein Kind, das Vertrauen, das ihm beispielsweise in schulischen Angelegenheiten entgegengebracht wird, wächst sein Selbstbewusstsein enorm. Meine Eltern glauben an mich, das macht mich stark und lässt mich nicht aufgeben. Meines Erachtens ist dieses Gefühl erstrangig. Ob jede Hausaufgabe immer pünktlich und perfekt abgegeben wird, zweitrangig.

Merken Eltern, dass ihre Kinder besonders viel Sicherheit auf dem Weg in die Autonomie benötigen, ist eine Anleitung hilfreich. Bittet ein Kind um Hilfe bei seinen Aufgaben, ist es wichtig, den Ball zunächst immer wieder zurückzuspielen und so dem Kind wieder einen Schritt in die Eigenverantwortung zu ermöglichen. Dies kann folgender Dialog verdeutlichen:

K=Kind, M= Mama

K: Mama, ich verstehe diese Aufgabe überhaupt nicht. M: Was verstehst du nicht? K: Ich weiß nicht, was ich bei dieser Aufgabe machen muss. M: Wo könntest du nachschauen? K: Hier oben ist ein Text. M: Möchtest du mir diesen Text mal vorlesen? Das Kind liest den Text vor. K: Ich verstehe die Aufgabe trotzdem nicht. M: Gibt es eine Frage in dem Text? K: Ja, hier. M: Markiere sie doch mal mit Farbe und lies sie noch einmal. Hilft dir das weiter? K: Ich habe eine Vermutung, wie die Aufgabe gehen könnte. M: Was könnte dir noch beim Lösen der Aufgabe helfen? K: Wir haben gestern im Unterricht etwas zu dem Thema aufgeschrieben. Das Kind nimmt das Heft heraus und liest den gestrigen Eintrag durch. Mama kann erkennen, dass es bei ihrem Kind klick macht und ein Aha-Moment eintritt. Mit einem Lächeln auf den Lippen löst das Kind die Aufgabe.

Anleiten, Fragen stellen und so der Lösung Schritt für Schritt näher kommen.

Es braucht Geduld, Zeit und Übung, um Eigenverantwortung als Haltung zu verinnerlichen. Für ein Kind sind solche Erfolge sehr wichtig und stärken seine Persönlichkeit.

Um es abschließend mit Maria Montessori zu sagen:

„Hilf mir, es selbst zu tun.“

„Eine unnötige Hilfe ist nur eine Hürde für die Entwicklung.“

„Die beste Anweisung ist eine, die mit möglichst wenigen Worten auskommt.“

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