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Was Glühbirnen, Muskeln und Puzzles gemeinsam haben – Wachstumsorientiertes Denken und starres Denken – Ein Überblick (Teil 1)

Diese Artikelreihe hat es ziemlich in sich. Sie könnte deinem Denken eine 360 Gradwende geben. Sie könnte es auch schaffen, dir eine völlig neue Perspektive zu liefern, die unlösbare Aufgaben und Herausforderungen plötzlich zu lösbaren macht. Du glaubst, ich übertreibe?

Spielen wir den Ball doch der Begründerin dieser Theorie zu und erzählen ihre Geschichte. Die Rede ist von Carol Dweck. Die Amerikanerin ist Wissenschaftlerin an der Stanfort University und eine Frau, die durch eine ausschlaggebende Erkenntnis in ihrer Forschungsarbeit an Schulen, das Lernen tausender Schulkinder ins Positive veränderte. Sie stellte fest, dass die Schüler:innen mit unterschiedlichen Denkweisen ihren Schulalltag bestritten: Wachstum oder Fixierung. Sie beobachtete, wie Kinder sehr unterschiedlich auf Fehler, Herausforderungen und Niederlagen reagierten. Dabei fiel ihr auf, dass manche Kinder Aussagen tätigten, wie:

„Das ist richtig schwierig, das fordert mich heraus.“

„Mit jeder Aufgabe werde ich stärker.“

„Ich habe einen Fehler gemacht, daraus kann ich lernen. Ich muss nur fleißig weiterüben.“

„Ich werde es auf eine andere Art und Weise versuchen und strenge mich weiter an.“  

Diese Kinder unterschieden sich maßgeblich von Kindern, die bei einer schwierigen Aufgabe den Kopf in den Sand steckten und ihren Erfolg von ihrem Talent abhängig machten:

„Ich gebe auf, ich kann es sowieso nicht schaffen.“

„Ich habe einfach kein Talent.“

„Wenn ich Fehler mache, fühle ich mich schlecht.“

Sie traf dabei eine Unterscheidung in Menschen mit einem Growth Mindset (wachstumsorientierte Denkweise) und Menschen mit einem Fixed Mindset (starre Denkweise). Menschen mit einem Growth Mindset gehen davon aus, dass es sich lohnt, ihren Blickwinkel zu ändern und Fehler als Lerngeschenke zu sehen. Fehler zeigen uns, wo wir uns noch verbessern können.

Thomas A. Edison scheiterte rund 1000 Mal beim Versuch die Glühbirne zu entwickeln. Bei jedem Fehlversuch lernte er dazu und stellte fest, wie es nicht funktioniert. Er soll gesagt haben: „Die Glühbirne war keine Erfindung mit 1000 Fehlversuchen, sondern eine Erfindung, für die es 1000 Schritte gebraucht hat.“

Heute ist Frühlingsbeginn und die Gartenfreude steigt! 🌺👩‍🌾

In den ersten Jahren meines Gärtnerinnendaseins flüsterte mir eine innere Stimme öfters: „Elisabeth, du hast einfach keinen grünen Daumen! Dir fehlt die Gabe, dass dein Grünzeug auch wirklich überlebt! Du kannst es einfach nicht!“
Seit ich Carol Dweck kenne, hat sich meine Sicht auf den grünen Daumen ziemlich geändert. Alleine der Gedanke: „Du kannst es NOCH nicht“ gab mir die nötige Motivation, ständig dazuzulernen und das Gartenhandwerk als Prozess zu sehen. Aus Fehlern lernen und sich nicht entmutigen zu lassen. Hast du schon mal aus den Buchstaben im Wort FEHLER ein neues kreiert?

FEHLER sind HELFER und machen richtiges Lernen erst möglich. Wie wundervoll wäre es doch, wenn wir an unseren Schulen, in Lehrbetrieben, in unseren Familien und überhaupt als Gesellschaft eine positive Fehlerkultur leben würden, in der wir aufhören, Fehler ständig zu verurteilen? Wir sollten Fehler viel mehr als Lerngeschenke sehen!

Quellen und Literaturtipps: Carol Dweck: Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt. Growth Mindset. Piperverlag, 2017 Nicola Schmidt: Growth Mindset: Scheitern ist der wichtigste Schritt zum Erfolg. In: https://bildungsthemen.phorms.de/de/top-themen/growth-mindset/growth-mindset-scheitern-ist-der-wichtigste-schritt-zum-erfolg/ (Zugriff: 26.01.2022)

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