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Was Glühbirnen, Muskeln und Puzzles gemeinsam haben – Richtig loben – ein kleines Meisterstück!? (Teil 4)

Bei einem Experiment von Carol Dweck soll ein Mädchen im Grundschulalter ein Puzzle lösen. Es ist einfach und sie schafft es ohne Probleme. Die Versuchsleiterin lobt das Mädchen: „Wow, super gemacht, du musst sehr klug sein! Komm, wir versuchen ein schwierigeres!“ Das Mädchen bekommt ein sehr anspruchsvolles Puzzle und schafft es nur mit größter Anstrengung. Nun fragt die Versuchsleiterin: „Du kannst nun wählen: Möchtest du das einfache oder das schwere Puzzle noch einmal machen?“ Zur Verwunderung aller entscheidet sich das Kind für das einfache.

Die Studie ergab wider ihrer Erwartungen, dass sich rund 90 % der Kinder, die für ihr Talent gelobt wurden, sich anschließend für eine einfachere Aufgabe entschieden. Entscheidend ist also nicht der Erfolg, sondern das jeweilige Arbeitsmodell (starres Denken oder wachstumsorientiertes Denken), das Kinder verinnerlichen.

In einem weiteren Experiment erhielten die Forscher:innen völlig andere Ergebnisse. Nachdem die Kinder die Aufgabe erledigt hatten, sagten die Versuchsleiter:innen: „Wow, du hast dich sehr angestrengt und dir sehr viel Mühe gegeben.“ Dabei wurde viel mehr die Anstrengung und weniger das Talent gelobt und hervorgehoben. Die Kinder entschieden sich im Anschluss sehr viel häufiger für die schwierigere Aufgabe.

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Dieses Experiment zeigt sehr deutlich, welche Kraft unsere Worte haben. Talent und Begabung sind sehr stark in starren Denkweisen verankert. „Ich kann es, oder ich kann es nicht. Ich habe Talent oder ich habe kein Talent.“ Brechen wir dieses Denken jedoch auf und legen den Fokus auf die Anstrengung und die Bereitschaft, wirklich hart für etwas zu arbeiten, wird plötzlich wieder alles möglich. Das verändert nicht nur die Art und Weise, wie wir über uns denken, sondern gibt einen enormen Motivationsschub. Ich sehe großes Potenzial darin, bei schulischen Leistungsproben das Augenmerk auf die Arbeit VOR einer Prüfung zu legen. Was hat das Kind VOR der Prüfung gelernt? Wie sehr hat sich das Kind bemüht und angestrengt? Wie ist es mit Fehlern umgegangen? Denn nicht im Prüfungsergebnis, sondern im Weg davor, darin liegt der wahre Lernerfolg!

Quellen und Literaturtipps: Nicola Schmidt: Growth Mindset: Scheitern ist der wichtigste Schritt zum Erfolg. In: https://bildungsthemen.phorms.de/de/top-themen/growth-mindset/growth-mindset-scheitern-ist-der-wichtigste-schritt-zum-erfolg/ (Zugriff: 26.01.2022)

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