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Ausdauer & Durchhaltevermögen – Die Lerngeschenke im Familienalltag

Blicke ich zurück auf die ersten Monate von ELISABUNT, tauchen immer wieder die gleichen Stolpersteine auf dem Weg zum Lernerfolg auf.

Ich begegne regelmäßig Kindern, die ein sehr schwaches Durchhaltevermögen zeigen und wenig Ausdauer haben. Es fällt ihnen enorm schwer, für eine bestimmte Zeit an einer (ungeliebten) Aufgabe dran zu bleiben. Was sind die Voraussetzungen, damit Durststrecken beim Lernen überwunden werden?

Die wichtigste Lernerfahrung dafür ist, dass das Kind Durststrecken bereits erlebt hat. Kinder, die erst in der Schule mit Ausdauer konfrontiert werden, haben es relativ schwer. Es fehlt die Erfahrung, eine schwierige Aufgabe durchgehalten zu haben und sich dann an dem Glücksgefühl zu erfreuen, es tatsächlich geschafft zu haben.

Im Familienalltag können viele Dinge getan werden, damit die Ausdauer ganz nebenbei geübt wird:

„Spiel ist die höchste Form von Forschung.“ (Einstein)

Kinder, die gemeinsam (auch mit den Eltern als Vorbild) spielen, üben sich in sehr vielen Vorläuferfertigkeiten, die auch in der Schule gebraucht werden. Neben der Konzentrationsfähigkeit, wird je nach Spiel auch das logische Denken, Teamarbeit, die Kreativität aber auch das Durchhaltevermögen trainiert. Und ganz nebenbei verbringt ihr wertvolle Familienzeit!

„Kinder machen nicht das, was wir sagen, sondern das, was wir tun.“ (Jesper Juul)

Sind die Hausaufgaben eine echte Herausforderung, lebe deinem Kind vor, wie man mit einer nervigen Aufgabe umgeht. Während das Kind die Hausaufgaben macht, könntest du gleichzeitig die längst überfällige Steuererklärung machen oder die liegengebliebenen Hemden bügeln. Dein Kind erkennt dabei: „Ich bin nicht allein. Auch andere müssen manchmal nervige Sachen machen. Wir machen jetzt einfach beide etwas Blödes.“ Das fordert auch den inneren Schweinehund von uns Eltern heraus!

„Das Geheimnis des Vorwärtskommens besteht darin, den ersten Schritt zu tun.“ (Mark Twain)

Die Erfahrung, eine weite Strecke zurückzulegen und Schritt für Schritt dem Ziel mit großer Anstrengung näher zu kommen, ist sehr prägend. Regelmäßiges Wandern oder Fahrradtouren trainieren nicht nur die körperlichen Fähigkeiten, sondern verhelfen zu mentaler Stärke und dem großartigen Gefühl, etwas Anstrengendes und Herausforderndes geschafft zu haben.

„Wie isst man einen Elefanten? Ganz einfach: Stück für Stück.“ (Unbekannt)

Überlegt gemeinsam: Wie kann der Berg an Aufgaben überschaubar werden? Welche Teilziele können wir festlegen? Legt gemeinsam eine Zeit fest, in der gearbeitet wird. „Ich stelle die Uhr jetzt auf 15 Minuten. Lass uns schauen, was du (und ich!!) in dieser Zeit schaffen! Schaffen wir morgen mehr?“

„Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht, du wirst in jedem Fall Recht behalten.“ (Henry Ford).

Wie wir Eltern über Fehler und Herausforderungen denken, hat einen enormen Einfluss darauf, wie unsere Kinder darüber denken. Wie in andern Blogartikeln bereits beschrieben, mag ich das Wörtchen „NOCH“. Der Unterschied zwischen „Ich schaffe diese Aufgabe nicht“ und „Ich schaffe diese Aufgabe NOCH nicht“ ist doch ziemlich groß, oder? NOCH lässt alle Türen offen. NOCH ermöglicht Entwicklung und Lernen.

„Gute Eltern bereiten nicht den Weg für ihre Kinder vor. Sie bereiten die Kinder auf den Weg vor.“ (Unbekannt)

Eltern, die ihre Kinder vor jeder Herausforderung und jedem Scheitern bewahren, verwehren ihren Kindern wichtige Lernschritte. Fragen wie: „Wie gehe ich mit einem Fehler um? Was mache ich mit einem Problem oder was ist, wenn es nicht klappt?“ können diese Kinder oft nicht beantworten. Die gute Nachricht ist: Kinder halten eine Niederlage aus! Sie zerbrechen daran nicht. Im Gegenteil: Nur wer Fehler macht, lernt. Für uns Eltern ist das sooo schwer auszuhalten aber es lohnt sich!

Anstatt unseren Kindern den Rasen perfekt vorzumähen, damit sie sich an den Grashalmen keinen Zeh stoßen, dürfen wir unseren Kindern beibringen den Rasenmäher ruhig mal selbst in die Hand zu nehmen und sie auf ihrem Weg begleiten!

Hat das Kind eine gute oder schlechte Note geschrieben, richte deine Aufmerksamkeit auf die Zeit vor der Prüfung. Unterstreiche die Ausdauer und das Durchhaltevermögen, die Herausforderungen und Durststrecken, die das Kind bewältigt hat. Stell die Note nicht in den Mittelpunkt, denn der wahre Lernerfolg liegt in der Vorbereitung aber auch in der Nachbereitung. Was kann ich aus den Fehlern lernen?

Jetzt bleibt mir nichts weiter übrig, als dich zu ermutigen: Probiert es aus! In vielen kleinen Alltagsdingen finden sich Situationen, in denen Kinder etwas alleine schaffen und wir sie so wieder ein Stück weiter in die Selbstständigkeit begleiten können. Wir sind an ihrer Seite aber wir überlassen ihnen das Rasenmähen selber!

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